Von Oktober 1992 bis Oktober 1993 war Lutz Dieckmann mit wenigen Ausnahmen im Dauerdienst als Leitender Notarzt (LNA). Denn in der Anfangszeit musste er auch als Leitender Notarzt noch viel mehr selbst den Notdienst verrichten – ein funktionierendes System mit ausreichend personeller Ausstattung musste noch entwickelt werden. Dazu wurde im Oktober 1993 eine LNA-Gruppe im Landkreis aufgebaut; die Dienste wurden entsprechend dem Dienstplan verteilt. In den Jahren 1993 und 1994 begann man, sich mit anderen Rettungsdienstbereichen zu vernetzen, so mit den Landkreisen Ludwigslust und Parchim, insbesondere aber mit Seehausen und dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Wittstock). Mitte der 90er-Jahre Jahre war Lutz Dieckmann maßgeblich am Aufbau der Gruppe der Ärztlichen Leiter im Land Brandenburg beteiligt.
Von 1993 an bis heute ist Dieckmann auch an der Ausbildung des ärztlichen und nichtärztlichen Personals für den Rettungsdienst Landkreis Prignitz beteiligt und dafür verantwortlich. Aufgrund der Zusammenlegung der Krankenhäuser Wittenberge und Perleberg nach Perleberg im Jahr 2003 war es für das Kreiskrankenhaus nicht möglich, zwei Notarztstandorte - Wittenberge und Perleberg - über 24 Stunden zu besetzen. Daraufhin entstand die Idee, den Verein Notärzte Prignitz e.V. zu gründen. Dieser Verein bietet bis heute eine Plattform für alle Ärzte, auch für niedergelassene Ärzte, die über die entsprechenden Qualifikationen verfügen, um mitzuwirken. Das damals bundesweit einmalige Modell wurde mehrfach kopiert.
Bereits vor Einführung des Notfallsanitätergesetzes gab es in der Prignitz eine große Gruppe von Rettungsassistenten, denen durch den ÄLRD ärztliche Maßnahmen übertragen wurden. „Wir waren der Zeit voraus“, sagt Dieckmann. Nach der Einführung des Notfallsanitätergesetzes im Jahr 2014 begann im Landkreis Prignitz 2017 die Umsetzung in Form von Delegation notärztlicher Maßnahmen auf die ersten ausgebildeten Notfallsanitäter. Wichtig war der „Prignitzer Weg“, den man hier gegangen ist: der kurze Draht zwischen allen wichtigen Entscheidungsträgern. „Wir hatten fast wöchentlich Beratungen zwischen Werkleiter, Amtsleiter und Notarzt“, erzählt Diekmann. Es gebe auch eine gewachsene Verbindungsachse mit der Polizei, mit der man manchmal auftretende Probleme sofort aus der Welt geschafft habe. Nun wird er sich zurückziehen, auch wenn er natürlich weiter ein offenes Ohr für Fragen haben wird. Der Staffelstab geht an seinen Nachfolger weiter, der demnächst benannt wird. dre