Dabei stellte die Kammer einige Bewegung bei den Gründungen und Löschungen fest: Mit 1550 Betrieben wurden 207 Unternehmen mehr neu eingetragen als im Jahr 2024 (1343). Gleichzeitig stieg die Zahl der gelöschten Unternehmen leicht, blieb jedoch mit 1391 (2024: 1350) unter den Gründungszahlen.
Die vergleichsweise höchsten Betriebszuwächse wurden im Landkreis Havelland (+ 2,6 Prozent), in der Landeshauptstadt Potsdam (+ 1,5 Prozent) sowie im Landkreis Oberhavel (+ 1,4 Prozent) verzeichnet. Leicht im Plus ist die Entwicklung der Betriebszahlen neben der Prignitz auch im Landkreis Teltow-Fläming (+ 0,7 Prozent) und in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel (+ 0,5 Prozent). Konstant blieben die Zahlen im Landkreis Potsdam-Mittelmark, während es in Ostprignitz-Ruppin einen minimalen Rückgang (- 0,1 Prozent) gab.
Trotz der insgesamt positiven Zahlen sieht die Handwerkskammer Potsdam die aktuelle Entwicklung aber durchaus kritisch. „Die Betriebszahlen zeigen Stabilität, aber sie verdecken eine zentrale Herausforderung: Uns fehlen qualifizierte Gründungen“, erklärt Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Kammer. Während die Gesamtbetriebszahl 2025 stieg, war die Anzahl der zulassungspflichtigen Handwerke, für deren Ausübung ein Qualifikationsnachweis notwendig ist, mit 10 506 Betrieben rückläufig. Im Jahr 2024 lag sie bei 10 708 Betrieben. Zuwächse gab es hingegen bei den zulassungsfreien Handwerken mit 5132 Betrieben (2024: 4802) und den handwerksähnlichen Gewerben mit 1884 Betrieben (2024: 1853).
„Viele Betriebe schließen altersbedingt ohne Nachfolge, und neue Unternehmen entstehen häufig ohne fachliche Grundlagen, die für tragfähige Geschäftsmodelle im Handwerk notwendig sind“, so Hauptgeschäftsführer Bührig weiter. Und er mahnt. „Damit junge Menschen erfolgreich gründen und selbst ausbilden können, brauchen sie bessere Rahmenbedingungen.“ Dazu würde vor allem gehören, die Meisterausbildung – gerade auch in Brandenburg – politisch und finanziell deutlich zu stärken. Denn, so Bührig, der Meisterbrief schaffe die Grundlage für stabile Betriebe, Innovation und Nachwuchssicherung. „Wir brauchen gezielte Anreize für qualifizierte Gründungen – von einer verlässlichen Förderung der Meisterausbildung über weniger Bürokratie bis hin zu besseren Bedingungen für die Betriebsführung“, betont der Hauptgeschäftsführer. Nur wenn die Selbstständigkeit im Handwerk für junge Menschen als attraktive Perspektive wahrgenommen werde, „können wir die Leistungskraft und Fachkräftebasis im Handwerk sichern“. Daher erwarte das Handwerk klare Prioritäten. Dazu gehören Bührig zufolge „weniger Belastungen, mehr Verlässlichkeit und eine Stärkung der beruflichen Bildung“. Ohne diese Weichenstellungen drohe „wertvolle handwerkliche Kompetenz verloren zu gehen“. Die Handwerkskammer Potsdam vertritt die Interessen der gut 17 500 Mitgliedsbetriebe mit ihren mehr als 70 600 Beschäftigten in 137 Gewerken. so