Nicht allen Gemüsesorten reichen solche Temperaturen. Besonders genügsam ist die Ackerbohne, auch Puffbohne oder Decke Bohne genannt, die bereits bei zwei Grad keimfähig ist. Mit einem Frühbeet kann für viele Gemüse jetzt der Saisonstart beginnen. Ähnlich wie ein Gewächshaus sammelt ein Frühbeet Sonnenstrahlen ein, hält gleichzeitig kalte Zugluft ab und sorgt so für wärmere Temperaturen. Die Faustregel: Auf eine Temperatur von etwa sieben Grad sollte der Boden kommen, dann können die ersten Samen in die Erde. Unter Glas kann etwa mit der Aussaat von frühen Salaten wie Feldsalat, Kopf- und Pflücksalat, von Spinat, Radieschen, Kerbel, Frühlingszwiebeln, Kohlrabi, Möhren und Pak Choi begonnen werden. Gegenüber dem Freiland haben sie einen deutlichen Wachstumsvorsprung.
Frühbeete gibt es fix und fertig zu kaufen. Sie lassen sich aber auch relativ einfach selbst bauen. Grundlage ist ein einfacher Holzkasten. Die Wände sollten mindestens zwei Zentimeter dick sein, damit sie im Kontakt mit dem Boden nicht so schnell verrotten. Die Rückwand ist meist etwas höher als die Vorderwand, die Seitenwände sind dann entsprechend angeschrägt. Hinzu kommt ein möglichst dicht schließendes lichtdurchlässiges Dach. Dafür lässt sich etwa ein ausgedientes Fenster verwenden. Dieser Deckel wird mit Scharnieren an der Rückwand befestigt. Zum Feststellen eignen sich Stützen, die ebenfalls mit einem Scharnier an der Unterseite des Fensterrahmens befestigt werden.
Das Frühbeet erhält einen Platz, der möglichst von früh bis spät von der Sonne beschienen ist. Es wird so ausgerichtet, dass die niedrigere Vorderwand nach Süden, die höhere Rückwand nach Norden zeigt. Wer ein Hochbeet besitzt, kann auch dieses mit einem Frühbeetaufsatz versehen.
Im noch kalten Frühjahr können wir den Pflanzen mit einem Trick helfen. Dafür heben wir an der Stelle, wo wir das Frühbeet aufstellen wollen, ein etwa 30 Zentimeter tiefes Loch aus und füllen es mit Pferdemist. Der ist bei Pferdehöfen mitunter sogar kostenlos zu haben. Dann wird der Frühbeetkasten darüber aufgestellt und mit einer Mischung aus Gartenerde und Kompost gefüllt. Beim Zersetzen produziert der Mist Wärme, die wie eine organische Heizung wirkt.
In der Nacht und bei kühlem Wetter bleibt die Scheibe auf dem Frühbeet geschlossen. Aber Achtung: An sonnigen Tagen kann es unter Glas schnell zu heiß für die jungen Pflänzchen werden. Dann muss gelüftet werden, indem der Deckel leicht aufgestellt wird. Wichtig ist, regelmäßig an das Gießen zu denken, denn unter Glas bleibt es auch bei Regen trocken. In frostigen Nächten können die zarten Jungpflanzen zum Schutz zusätzlich mit einem Vlies abgedeckt werden. net