Osterstimmung

Der Wochenspiegel veröffentlicht in loser Folge Texte auf Plattdeutsch. Unterstützt werden wir dabei vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. sowie vom Plattdeutschen Stammtisch Wittstock. Dafür vielen Dank! Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Vergnügen beim Lesen! Ihr Wochenspiegel-Team

De Dauwind geiht nu döch dat Land,

un brökt dat Is müt starker Hand.

He fegt dat Is van Feld un Bööm,

leicht springen deit all zartes Grön.

Sneeglöckchen hätt de Mütz afnohmen,

Un lüt’t; Dat Osterfest will koamen.

Nu rut, ji Slöpers in Holt un Ried,

dat is nu nich mihr Slopenstied.

De blog Websterdt *) de is ok all her,

ok Odeboar, Swalw un noch völ mehr.

Se doan all an ehrn Nestern schostern,

nu duert nich lang, denn is dat Ostern.

In’t Feld deiht sick de Arbeet rögen,

denn ohne Arbeet keenen Segen;

De Buer plögt müt gewahnte Hand,

dat Hofer- un dat Tüffelland.

De Höhner gohn all flietig to Nest,

un leggen Eier to dat Osterfest.

De Kinner don sick Moos mütbrengen,

to Nester, dat de Hoas kann leggen.

Se dohn sick Katten un Roden**) snieden,

van Berken un van Werfelwieden.

Wichtig vertellt de Gret’ den Kloos:

„Morgen früh, denn kümmt de Osterhos’“.

Uns Lütt un ok uns Nohwers Friedel,

de snacken all van’t Eiertrüdeln.

De Groten denken all’ in’n Stillen,

wo’s de Nacht willen Oasterwoader füllen.

Un Großmuttern is dat Herz so warm,

se deiht för de Lütten Eier farb’n.

Dat rukt all noah Broden un Osterstuten,

noh Koken för de Leckerschnuten.

Wi leggen nu de Arbeet dol,

un brengen dat Veh ehr Obendmoahl.

Dor ach, de Schritt de ward us stocken,

nu lüden all de Osterglocken.

De Sünn güng up mit hellem Glanz,

bi’t Upgoahn het se richtig danzt.

De Osterglocken don fröhlich ropen,

wi koamen in’t Gotteshus tohopen

Un singen to Orgelton uns Lied:

„Oh, gnodenbrengende Ostertiet.“

von Ludwig Lehmberg*) blaue Bachstelze,

**) Kätzchen und Ruten

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