Insgesamt sind es also 8320 Kilogramm, die in den Kirchturm eingezogen sind. Zahlreiche Interessierte kamen am Tag des Einhubs vorbei. Die neuen Glocken werden erstmals spätestens am 21. Juni erklingen. Dann wird es einen Festakt in der Kirche geben. Zur Aufführung gelangt dann auch ein Glockenoratorium nach Schillers Gedicht „Die Glocke“. Pfarrerin Verena Mittermaier stimmt die Gemeinde auf einen neuen und vielfältigeren Glockenklang ein. Eine entsprechende Läuteordnung werde noch erarbeitet. Es werde ebenfalls ein Glockenspiel geben. Die Idee dazu hatte Kantor Andreas Behrendt. Dieser freut sich, dass die Sparkasse Prignitz dieses Vorhaben mit 5000 Euro unterstützt. Der Vorstandsvorsitzende Markus Volke und Vorstandsmitglied Frank Nauruhn überreichen einen Scheck unmittelbar vor dem Einhub.
Die evangelische Kirchengemeinde hatte die Glocken von der katholischen Gemeinde Sankt Josef Ruhrhalbinsel in Essen erworben. Die Glocken hingen bis 2014 in einer Kirche im Stadtteil Kupferdreh. Als Grundstock konnten damals Mittel des aufgelösten Fördervereins Kirchturmspitze Sankt Jacobi Perleberg e.V. genutzt werden. Mit diesem Kauf war das Ende des Provisoriums eingeläutet. Denn seit dem Kirchturmbrand im Jahr 1916 hingen hier zwei Stahlglocken. Diese verließen im November des vergangenen Jahres den Kirchturm, wo sie seit über 100 Jahren ihren Dienst versahen. Seitdem laufen die Bauarbeiten. Gerhard Gundske, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Perleberg-Quitzow, erinnerte noch einmal an die Glockengeschichte. Er sprach gar vom „Jahrhundertereignis für Perleberg und die Sankt Jacobikirche“ – würden doch die Glocken 500 Jahre und länger halten. dre