Im April laufen die Gartenarbeiten auf Hochtouren. Die Beete werden vorbereitet, es wird gesät und gepflanzt. Außerdem ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um Stauden durch Teilung zu vermehren. Für die meisten Stauden ist das regelmäßige Teilen wichtig, damit sie nicht in der Mitte verkahlen, sondern wüchsig und blühfreudig bleiben. In der Regel sollte alle zwei bis vier Jahre in diesem Sinne zum Spaten oder zur Grabgabel gegriffen werden.
Aber Achtung, es gibt Ausnahmen. Einige Arten mögen es nicht so gern, geteilt zu werden. Dazu gehören etwa Akelei, Rittersporn, Küchenschelle, Bart-Iris, Tränendes Herz und Pfingstrose. Außerdem ist für die Frühjahrs- und Frühsommerblüher wie Storchschnabel, Grasnelke oder Polster-Phlox der richtige Zeitpunkt zur Teilung erst im Herbst, nach der Blüte. Aber für die große Gruppe der Sommer- und Herbstblüher ist es jetzt so weit. Dazu gehören zum Beispiel Astern, Fetthenne, Chrysanthemen, Sonnenhut, Funkien, Sonnenbraut, Mädchenauge oder Taglilien.
Der Stichtag, um früh- von spätblühenden Stauden zu unterscheiden, ist der Johannistag, der 24. Juni. Pflanzen, die am Johannistag verblüht sind, gelten als frühblühend und werden im Herbst geteilt. Stauden, die erst nach diesem Datum zur Blüte kommen, sind als spätblühend eingestuft und sind bereits im Frühjahr an der Reihe.
Mit dem Spaten wird zunächst der Wurzelballen im Boden gelockert, dann durch einen beherzten Stich in der Mitte geteilt. Bei härteren Wurzeln muss gegebenenfalls ein scharfes Messer oder eine Säge zu Hilfe genommen werden. Jedes Teilstück sollte mindestens faustgroß sein und zwei Triebe haben. Kranke, stark verholzte und vertrocknete Wurzelteile werden entfernt, unsaubere Trennstellen mit dem Messer nachgeschnitten. Bei lockeren Wurzelballen kann man die einzelnen Triebe teilweise sogar mit der Hand zerpflücken oder auseinanderbrechen.
Einige Stauden verfügen über fleischige unterirdische Sprossachsen, sogenannte Rhizome. Dazu gehören zum Beispiel Chrysanthemen, Schwertlilien oder Felberich oder Chrysanthemen. Diese werden am besten mit einem Messer geteilt und die Schnittflächen anschließend desinfiziert. Dazu eignet sich Holzkohlepulver.
Damit die Teilung Erfolg hat und die neuen Pflanzen sich kräftig entwickeln, sollten die eingepflanzten Staudenteile nicht zu groß sein. Allerdings gilt: Damit die einzelnen Teile auch anwachsen können, müssen sie jeweils kleine Nährwurzeln und Blätter haben.
Nachdem die Staude geteilt ist, gilt es, den Wurzelballen direkt wieder in den Boden zu bringen. Diesen drückt man rund um die Pflanze gut an und wässert die Pflanze kräftig. Dauert die Teilung der Staude etwas länger, sollten die einzelnen Teile möglichst mit einem Jutesack oder Ähnlichem bedeckt sein, um ein Austrocknen zu verhindern. Wichtig: Nach der Teilung sind die eingepflanzten Wurzelstücke als Jungpflanze zu behandeln. Sie müssen gründlich mit Wasser versorgt und von konkurrierenden Pflanzen freigehalten werden, bis sie kräftig genug geworden sind. net