Was wäre ein Garten ohne Vögel? Ihr Gesang verzaubert uns jedes Mal wieder. Das ist auch ein Grund dafür, warum die Beteiligung an Aktionen „Stunde der Wintervögel“ und „Stunde der Gartenvögel“ des Naturschutzbunds (Nabu) und dessen bayerischen Partners Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) so groß ist. Bundesweit machten im Januar 145 000 Menschen mit. Die ehrenamtliche Vogelzählung gibt Hinweise darauf, wie sich die Vogelbestände in Deutschland entwickeln.
Am Wochenende vom 8. bis zum 10. Mai ist es wieder so weit. Die Teilnahme an der Stunde der Gartenvögel ist einfach. Wer mitmachen möchte, sucht sich an dem Wochenende für eine Stunde einen festen Beobachtungsplatz im Garten, auf dem Balkon oder im Park. Notiert wird dabei von jeder Vogelart die höchste Anzahl an Tieren, die gleichzeitig zu sehen sind. Das ist wichtig, damit Vögel, die zwischendurch wegfliegen, nicht doppelt gezählt werden. Alle gesichteten Vögel werden in einem Online-Formular eingetragen. Näheres unter www.stundedergartenvoegel.de.
Die Zählaktion durch Laien gibt nur grobe Hinweise auf die Verbreitung bestimmter Arten. Bei der letzten „Stunde der Wintervögel“ Anfang Januar wurden bei hoher Beteiligung so wenig Vögel gemeldet wie noch nie. Pro beteiligte Person waren es 32 Tiere. Zum Vergleich: 2011 wurden im Schnitt noch fast 46 Vögel gemeldet. Es wurde insgesamt ein kontinuierlicher Rückgang der Zahlen beobachtet. Das betrifft vor allem die Haus- und Feldsperlinge, die trotzdem bei den Wintervögeln die Liste der Arten anführen. Andere häufige Arten wie Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Rotkehlchen und Buchfink wurden teilweise häufiger gemeldet, während seltenere Arten oft noch seltener gemeldet wurden.
Die Gründe für den Rückgang der Vogelbestände sind vielfältig. Neben dem Verlust an Lebensräumen können Störungen durch Extremwetter wie Hitze- und Dürreperioden eine Rolle spielen, teils auch neue Krankheitserreger. Der Amsel zum Beispiel macht das aus Afrika stammende Usutu-Virus zu schaffen, das durch Stechmücken übertragen wird und für Amseln tödlich verläuft. Häufiger gesichtet werden einige wärmeliebende Arten wie etwa Bienenfresser und Wiedehopf.
Gartenbesitzer können etwas dafür tun, dass sich Vögel auf dem Grundstück wohlfühlen. Am wichtigsten ist eine naturnahe Gestaltung mit vielfältigen Elementen. Vögel brauchen Bäume, Hecken und Sträucher als Lebensraum und Versteckmöglichkeit. Insekten müssen sich im Garten wohlfühlen, denn diese werden an den Nachwuchs verfüttert, zusammen mit Bodentieren wie Regenwürmern oder Asseln. Wichtig sind früchtetragende Sträucher.
Als Bruthilfe können Nistkästen aufgehängt werden. Aber viele Arten sind keine Höhlenbrüter. Sie brauchen Hecken und dornenreiche Dickichte, in denen sie ihre Nester geschützt vor Katzen und Wildtieren bauen können. Als Nistmaterial suchen sich die Tiere im Garten Laub, trockene Gräser oder Moos. In einem allzu aufgeräumten Garten finden sie das nicht. Außerdem wichtig sind Trink- und Badestellen. Am besten geeignet ist ein kleiner Gartenteich, ansonsten kann eine Schüssel angeboten werden, die täglich frisch mit Wasser gefüllt wird. net