Mit Enthusiasmusund Herzklopfen
Stadtführerin Irmela Czubatynski wurde mit einem Empfang beim Bürgermeister in den Ruhestand verabschiedet

Für die scheidende Stadtführerin Irmela Czubatynski (3.v.r.) gibt es zum Abschied einen Empfang bei Bürgermeister Axel Schmidt (2.v.l.). Mit dabei Nicole Drescher, Isa Philipp, Heike Neumann und Frank Riedel (v.l.n.r.).Foto: Renè Hill/Stadt Perleberg
Perleberg. Im Juni 1990 hat Irmela Czubatynski ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Stadtführerin der Rolandstadt Perleberg begonnen. Knapp 36 Jahre später wurde sie nun bei einem Empfang beim Bürgermeister verabschiedet. „Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, so Bürgermeister Axel Schmidt (parteilos), der die scheidende Stadtführerin in sein Büro geladen hatte. In ihrer Tätigkeit habe sie mit den Stadtführungen nicht nur Stadtgeschichte vermittelt, sondern auch das Interesse an der Stadt Perleberg. Zum Abschied gibt es einen Blumenstrauß und einen Salzwedler Baumkuchen.

Gekommen sind auch Mitarbeiter des Kulturamtes sowie ihre Stadtführerkollegin Isa Philipp, die bei Irmela Czubatynski einst angefangen hat. Die historische Altstadt und die Geschichte der Rolandstadt seien etwas Besonderes, so Irmela Czubatinski. Deshalb mahnt sie, „das Historische immer zu bewahren“. Nicole Drescher, Sachgebietsleiterin Kultur, Sport und Tourismus, freut sich, dass sie sich, wenn es ihre Zeit erlaube, noch etwas im Museum einbringen will. „Ich geh‘ Ihnen schon noch auf den Keks“, antwortet Irmela Czubatinski, die damit verdeutlicht, dass es für sie kein abrupter Abschied aus dem Ehrenamt für die Stadt wird.

Im Gespräch sagt sie: „Ich möchte mich hier heute auch bei den vielen Perlebergern bedanken, die immer gekommen sind, interessiert waren.“ Irmela Czubatinski berichtet auch darüber, dass Perleberg damals die erste Stadtinformation in der Prignitz hatte. „Und mit der Einrichtung müssen wir jetzt auch Stadtführungen anbieten“, habe 1990 die frühere Museumsleiterin Hilde Arndt zu ihr gesagt. Und so habe sie eine ganze Menge Material gesichtet. Rückblickend verschweigt sie auch nicht, dass ein enormer Lernaufwand dahinterstecke und mit welchem Herzklopfen man diese Sache beginnt. „Es braucht eine ganze Weile, bis man lernt, mit Menschen aller Couleur umzugehen, auf sie einzugehen. Aber es ist auch wichtig, sich immer fortzubilden und zu informieren.“

Die Perlebergerin ist stolz auf die Rolandstadt, denn sie sagt: „Unsere Stadt ist wirklich etwas Besonderes. Sie blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück.“ Die Arbeit eines Stadtführers sei vielseitig, da muss man die Baustile kennen, muss die Gebäude erklären, muss etwas aus der Geschichte wissen. Dabei erinnert sie daran, welche Bedeutung die Stadt einst in der Mark Brandenburg hatte. In Richtung Kulturamt äußert sie deshalb die Bitte, dass die neuen Stadtführer immer begleitet werden. Viele Menschen hat sie durch Perleberg geführt. Sie erinnert sich an die Massen, die nach der Wende in die Stadt kamen. „Überwiegend waren es Ältere aus Westberlin, die sich erinnerten, dass Perleberg an der Transitstrecke lag und einen Roland hat. Nun kamen sie, um mehr zu erfahren. Sie hat Touristen geführt, Vertreter aus anderen Städten und Vertreter des Landes. So führte sie auch die Vertreter des Landesdenkmalschutzes aus Wünsdorf.

Noch einmal geht sie auf die Anfänge ein, zu denen es nur zwei Stadtführerinnen gab, jeden Sonnabend wurde eine offene Stadtführung angeboten. „Das hieß jeden zweiten Sonnabend musste man bereitstehen. Da musste die Familie mitspielen.“ Alles habe sie jedoch in all den Jahren mit Enthusiasmus gemacht. Und sie habe bis heute nicht das Herzklopfen verloren. dre
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