Für mehr Zuzug indie Prignitz: Projekt Probewohnen geht weiter
Die Elblandwerker bieten eine dritte Wohnung an, um dasLeben in Wittenberge auszuprobieren

Christian Soult in der neuen Community-Wohnung der Elblandwerker. Fotos: Julia Westermann
Wittenberge. „Das Interesse am Probewohnen in Wittenberge in der Prignitz im nordwestlichen Brandenburg wächst weiter“, geben die Elblandwerker bekannt, eine Kooperative für „Arbeit, Leben und Wandel“ in Wittenberge. Nach dem Angebot „Probewohnen mit Community-Anschluss” kündigt die Initiative die Eröffnung einer dritten „Communitywohnung“ in Wittenberge an, in der Menschen das Wohnen in der Stadt für einen begrenzten Zeitraum ausprobieren können. Die Erweiterung erfolgt erneut in Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Wittenberge und mit Unterstützung der Stadtwerke Wittenberge. Gemeinsam wollen die Partner damit „ein deutliches Zeichen für Zuzug, Fachkräftegewinnung und die nachhaltige Entwicklung der Stadt“ setzen.

Nach dem Start des Probewohnens in 2020 haben bisher mehrere hundert Menschen das Leben in Wittenberge für eine Woche oder mehrere Monate ausprobiert. Die Nachfrage sei weiterhin hoch, so Christian Soult, Community Manager und Pressesprecher bei den Elb­landwerkern: 2025 waren die zwei bisherigen Wohnungen zu 91 Prozent ausgelastet, die Bleibequote lag bei rund 70 Prozent. Viele Teilnehmende entschieden sich im Anschluss für einen dauerhaften Umzug in die Prignitz, weil sie hier viele Menschen kennen gelernt haben und sich willkommen fühlten.

Mit der dritten Wohnung reagiert die Initiative auf diesen Bedarf und baut ihr Angebot aus. „Die hohe Nachfrage zeigt, dass unser Ansatz funktioniert: Menschen, die sich vorstellen können, in eine Kleinstadt zu ziehen, suchen nicht nur Wohnraum, sondern Anschluss und Gemeinschaft. Genau das bieten wir hier in Wittenberge seit sechs Jahren kontinuierlich an“, so Christian Soult. Das Probewohnen ist Teil eines Ansatzes aus Wohnen, Coworking sowie Kultur- und Begegnungsangeboten, der das Ankommen in der Prignitz erleichtern soll. Ergänzt wird das Angebot durch das neue Community-Büro am Steintor, das als zentraler Ort für Arbeiten, Vernetzung und Begegnung dient. Die Elblandwerker sind Teil des landesweiten Netzwerks „Ankommen in Brandenburg“ und engagieren sich gemeinsam mit weiteren Initiativen für die Stärkung ländlicher Räume und Zuzug in brandenburgische Kleinstädte.

Im Jahr 2025 wurde das Projekt „Probewohnen mit Community-Anschluss” im Bundeswettbewerb „Aus Leer wird mehr – Innovationspreis Wohnen in ländlichen Räumen“ von einer Fachjury unter die besten 20 von 130 Einreichungen gewählt. In Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hatte das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) diesen Innovationspreis zur Reaktivierung von leerstehendem Wohnraum in ländlichen Räumen ausgelobt.

Mit Angeboten wie Probewohnen, Coworking sowie Kultur und Begegnung richten die Elblandwerker sich an Menschen, die nach einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten suchen und ein Bedürfnis nach Ruhe, Natur und Entschleunigung verspüren. Sie helfen ehrenamtlich dabei, sich in der Prignitz anzusiedeln, sich zu vernetzen und gemeinsam Ideen und Projekte in und für die Region zu verwirklichen. dre



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