Aussaatzeit für Bohnen
Die Tropenkinder mögen es gerne warm

Bohnen sind ein proteinreiches Gemüse, das leicht im Garten anzubauen ist.Foto: Adobe Stock/Leoniek

Im Gemüsegarten beginnt jetzt die Zeit der wärmeliebenden Kulturen. Nicht nur Tomaten oder Gurken wurden einst aus südlichen Ländern hierhergebracht und vertragen winterliche Kälte nicht, auch die Bohnen haben einen exotischen Ursprung. Unsere Gartenbohnen stammen aus Mittel- und Südamerika, wo sie schon lange vor der Ankunft der europäischen Eroberer kultiviert wurden. Weil sie reich an Proteinen sind, spielen sie eine wichtige Rolle für die Ernährung, insbesondere bei Verzicht auf Fleisch.

Als Tropenkinder mögen Gartenbohnen zum Keimen eine Bodentemperatur über zehn Grad Celsius. Nach ihrem Wuchs werden die niedrig wachsenden Buschbohnen und die rankenden Stangenbohnen unterschieden. In ihren Ansprüchen sind sie aber ähnlich. Ab Mitte Mai bis Ende Juli können sie direkt ins Beet gesät werden. Bei späterer Aussaat besteht die Gefahr, dass die Pflanzen nicht mehr vor den ersten Herbstfrösten zur Reife kommen. Die Samen werden entweder in Reihen ausgebracht oder in Form der Horstsaat, bei der mehrere Samen in ein Pflanzloch gelegt werden.

Bohnen zählen zu den Leguminosen. Sie bilden in ihrem Wurzelbereich eine Symbiose mit Pilzen und Knöllchenbakterien und können auf diese Weise Stickstoff direkt aus der Luft aufnehmen, der sonst dem Boden per Dünger zugesetzt werden müsste. Leguminosen werden daher auch zur Bodenverbesserung eingesetzt. Das können wir auch im Garten nutzen, indem wir in der Fruchtfolge Bohnen (oder Erbsen) auf Beete setzen, auf denen vorher starkzehrende Pflanzen wuchsen.

Buschbohnen brauchen keine Rankhilfe, Stangenbohnen dagegen sehr wohl. Klassisch ist dabei die Form des Bohnen-Tipis. Dabei werden mehrere Bambusstäbe oder Holzstangen, idealerweise in einer Länge von mindestens 1,80 Meter, in einem Kreis in den Boden gesteckt und in der Mitte zusammengebunden, sodass eine zeltartige Konstruktion entsteht. Die Bohnen haben dann viel Raum zum Ranken.

Achtung: Bohnen sind roh giftig! Sie enthalten das Protein Phasin, das den Sauerstofftransport im Blut blockiert. Außerdem schädigt es die Magenschleimhaut. Schon geringe Mengen roher Bohnen können zu Übelkeit und Erbrechen führen. Beim Kochen zerfällt der Stoff vollständig. Bei vielen Bohnensorten werden die kompletten Schoten verzehrt, bei anderen nur die innenliegenden Kerne. Wird die ganze Schote verwendet, muss vor dem Kochen oft ein sogenannter Faden an der Hülse entfernt werden, der ungenießbar ist. Manche neueren Sorten wurden aber schon fadenlos gezüchtet.

Nicht direkt mit der Gartenbohne verwandt ist übrigens die Ackerbohne, auch als Dicke Bohne oder Puffbohne bekannt. Sie stammt nicht aus Amerika, sondern aus dem vorderen Orient und wurde schon in der Antike auch in Europa angebaut. Die Ackerbohne ist unempfindlich gegen Frost und kann schon im Februar oder März ausgesät werden. Blütezeit ist im Mai. Als Viehfutter spielt sie eine größere Rolle, aber sie ist auch ein gutes Gartengewächs und lässt sich schmackhaft zubereiten. Dazu werden nur die noch jungen, aus der Schote gepulten Kerne verwendet. net
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