Aus einem klassischen Bauerngarten ist die Pfingstrose (Paeonia) nicht wegzudenken. Um Pfingsten herum beginnt sie zu blühen. Bis Ende Juni prägen ihre zarten bis kräftigen Farben das Bild des Gartens. Pfingstrosen sind sehr langlebig. Nicht selten verbleiben sie über Jahrzehnte an einem Standort. Teilweise können sie hundert Jahre oder älter werden. Das ist sehr ungewöhnlich für eine Staude, deren oberirdische Teile im Winter absterben.
Wunderbar machen sich die Blüten auch in der Vase. Pfingstrosen aus dem Garten können es ohne Weiteres mit jedem Edelrosenstrauß aufnehmen. Werden sie im Knospenstadium geschnitten, können die Blüten sich bei einigen Sorten bis zu zehn Tage halten. Die Stiele sind allerdings druckempfindlich. Sie sollten deshalb möglichst nicht gebunden werden. Außerdem ist es wichtig, den Wasserstand mindestens alle zwei Tage zu kontrollieren und das Wasser auszuwechseln.
Mit den Rosengewächsen (Rosaceae) ist die Pfingstrose übrigens nicht verwandt. Die Gemeine Pfingstrose (Paeonia officinalis) war im Mittelmeerraum bereits seit der Antike als Gartenpflanze bekannt. Der wissenschaftliche Name leitet sich von Paeon ab, dem Arzt der griechischen Götter. Der Sage zufolge kurierte er unter Verwendung der Pfingstrose die Wunden, die sich Hades, der Gott der Unterwelt, im Kampf mit dem Helden Herakles zuzog.
Früher war die Pfingstrose als Heilpflanze von großer Bedeutung, etwa zur Behandlung der Gicht. Auch in China wurde die Wurzel der Pflanze zum Beispiel genutzt, um Blutungen zu stillen und Menstruationsschmerzen zu lindern. Aber Achtung: Alle Teile der Pflanze sind leicht giftig, eine Überdosierung kann Erbrechen, Durchfall und Koliken hervorrufen. In der heutigen Medizin spielt die Pflanze keine Rolle mehr.
Die Stauden-Pfingstrose entwickelt sich aus einem Wurzelstock. Ende April bis Anfang Mai zeigen sich die kräftig roten Triebe, die schnell emporwachsen.
Sollte die eigentlich robuste Paeonia einmal nicht zur Blüte kommen, dann kann das verschiedene Gründe haben. Entweder ist die Pflanze noch zu jung. Zwei oder drei Jahre kann es dauern, bis eine frisch gekaufte Staude in Blühstimmung ist. Vielleicht wurde auch der Wurzelstock zu tief gesetzt. Er sollte nur mit drei bis vier Zentimeter Erde bedeckt sein.
Blüht eine ältere Pflanze nicht (mehr), dann steht sie vielleicht an einer falschen Stelle. Sie braucht genügend Licht und Nährstoffe sowie einen lockeren Boden. Vielleicht steht die Pflanze zu nahe an Büschen oder Bäumen. Manchmal verhindert auch ein zu starker Rückschnitt im Vorjahr die Blüte.
Werden die Blätter der Staude braun, kann dafür die Blattfleckenkrankheit verantwortlich sein. Sie tritt vor allem bei feucht-warmer Witterung auf. Dann sollten schon bei ersten Anzeichen die befallenen Blätter abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Bei starkem Befall kann im Spätsommer auch das komplette Blattwerk entfernt werden. In der Regel treibt die Staude im nächsten Frühjahr wieder gesund aus. net