Gaukler, Hexen,Musik und Scherzwerk
Es wird wieder mittelalterlich: Das große „Spektakelauf der Plattenburg“ verzaubert seine Besucher

PLATTENBURG. Am Wochenende des 20. und 21. Juni (Samstag und Sonntag) ist es wieder so weit: Zwei Tage mittelalterliche Lebensfreude, Musik, Gaukelei und alte Handwerkskunst finden auf der Plattenburg statt. Am Samstag beginnt das bunte Treiben mit der großen Markteröffnung mit allen Künstlern und Umzug über den ganzen Platz und endet spät nachts mit dem Feuerturnier der Reiter von Mandshur Tengri und dem Tavernenspiel mit viel Musik und Firlefanz.

Am Sonntag ist Familientag. Es gibt einen ermäßigten Preis für Erwachsene. Erstmalig mit dabei ist das Theatrum Diaboli, eine neue Seite der Formation Tanzwut. Im Jahr 2025 erblickte der „Zirkus der Fäden“ das Licht der Bühnen. Einzigartige Künstler wie die Reifendame oder wilde Drachenwesen begeistern das Publikum in einer zauberhaften Zirkusshow, fingerfertig dirigiert durch den Marionettenzirkusdirektor Teufel und untermalt durch mittelalterliche Musik und Gesang auf historischen Instrumenten, wie es schon vor hunderten von Jahren auf den Marktplätzen der Städte üblich war. Die handgefertigten Marionetten werden die Besucher entführen in eine wunderbare Welt. So ist diese Seite von Tanzwut unter dem Namen Theatrum Diaboli nicht nur für die Kleinen ein aufregendes Spektakel, sondern auch für die Großen ein Ereignis.

Ebenfalls erstmalig dabei: Fabula bringt mit rhythmischer Sackpfeifenmusik aus allen vier Winden gute Laune, die Tanzbeine zum Wirbeln, die Herzen zum Lachen und das Blut in Wallung. Die exotische Kultband blickt auf 30 erfolgreiche Jahre und weit über 800 bespielte Mittelalter-Spektakel sowie Konzerte und Folkfestivals in ganz Europa zurück. Die Steppenreiter Mandshur Tengri messen sich hoch zu Ross in mittelalterlichen Disziplinen auf der Turnierbahn und werden am Samstagabend den Ritt durch die Flammen wagen. Und auch an den drei verschiedenen Bühnen auf dem Innen- und Außengelände und mitten unter dem Volk gibt es viele neue und alte Künstlergesichter zu entdecken.

Das Theater Federgeist erheitert die „Kindlinge“ (die jüngsten Besucher) und Ausgewachsenen mit ihren fröhlichen Geschichten, Zaubereien, dressierten Glühwürmchen und einem echten Drachenbaby. Lupus, der Gaukler, jongliert und bringt das Volk zum Lachen und Gaffen. Mit Schwert und Axt wird sich der Freie Clan der Bruderschaft vom Bullengraben auf das Gemeinste duellieren – doch eigentlich wollen sie doch nur spielen und zeigen in Ihrem Lager den Besuchern auch gerne ihr freundliches Gesicht.

Auch die Hexe Chibraxa freut sich wieder sehr auf das Plattenburgspektakel und wird kleine und große Gäste in eine längst vergangene Welt entführen: Mit Märchen, Mit-Mach-Geschichten und jeder Menge „hexischer“ guter Laune. Den „Schmieren-Komödianten“ Rokus Kokus reicht ein Brett als Bühne – Amphitheater oder die Bühne im Burg Innenhof gehen aber auch. Sie spielen lustige Dramen, schräge Balladen, absurde Geschichten, lebendige Märchen oder tödliche Tragödien. MiMiKa – Märchen mit Musik und ohne – spielt für alle die zuhören, mitspielen, träumen oder lachen möchten. Ob poetische Geschichten oder lustige Schwenke – das Publikum wählt aus der Märchenschatulle. Professor Pizzicato reist durch die Zeit und sammelt Musik aus allen Weltenecken und zaubert sich aus dem Publikum sein eigenes Orchester: zum Mitmachen, Lauschen oder Staunen sehr geeignet.

Musik und Scherzwerk gibt es auch vom Duo Sack und Pacc: Mit Sackpfeife und Trommel spielen sie Melodeyen aus Orient und Okzident und haben manchen Scherz auf den Lippen. Der Herold Radolf zu Duringen führt mit Witz und Charme, aber auch der nötigen Strenge durch das Programm, moderiert das große Ritterturnier und überwacht das Lächelgebot auf dem Platze.

Viel altes Handwerk wird gezeigt oder kann auch selber ausprobiert werden: Schmiede, Brettchenweberinnen, Töpferinnen, Drechsler Filzerinnen und viele alte Gewerke mehr zeigen gerne ihre Kunst. Über 70 Handwerksstände und Höckerer laden zum Schauen und Schlendern ein: Mittelalterliche Gewandungen, Schmuck aus allen Ecken der Erdenscheibe und Lederwaren und natürlich auch viele regionale Leckereien lassen die Herzen höherschlagen.

Allen, die sich verwöhnen lassen wollen, sei ein Besuch im Badehaus empfohlen: Im mittelalterlichen Zuber können geneigte Besucher entspannen und im warmen Wasser planschen. Danach kann man sich mit einer Massage bei Celtic Art wohlig entspannen. Oder mal das Tanzbein schwingen? In diesem Falle kann man das Tanz-Angebot mit den einfachen Tänzen aus Mittelalter und Renaissance, aber auch Folk unter freiem Himmel auf der Turnierbahn und natürlich mit Livemusik genießen.

Wer es besinnlicher mag, kann sich am Lager der VR-Bank in die Kunst des Kränzebindens einführen lassen und sich damit höchst blumig den Kopf schmücken. Auch die Lager „Haven-Volck“, bei „Ars Vivendi“ und beim „Lager Eintagsfliege“ freuen sich auf kleine und große Gäste und laden mit Spiel und Spaß zu verschiedensten Aktivitäten ein. Beim „Hau den Lukas“ kann man seine Kraft und bei Armbrust und Bogenschießen seine Geschicklichkeit selbst ausprobieren.

Natürlich können auch Mägen und Kehlen gut gefüllt werden: Ob Fleisch vom Grill oder vegetarische Crêpes, ob Kräuterlimonade, Met oder selbstgebrautes Bier, ob böhmische Baumstrizel oder selbstgekochte Suppen- das Angebot ist vielfältig und der Appetit groß. WS

Zum ersten Mal wird es in diesem Jahr einen kostenlosen Shuttle für die Prignitzer geben: Die Fahrt geht über Perleberg, Wittenberge, Breese, Bad Wilsnack, Plattenburg und zurück. Der Fahrplan wird auf der Webseite: www.plattenburgspektakel.de/anreise veröffentlicht. Tickets und weitere Infos unter: www.plattenburgspektakel.de







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