Wenn der Mohn (Papaver) blüht, hat endgültig die warme und sonnige Zeit des Jahres begonnen. Der wilde Klatschmohn (Papaver rhoeas) ist mit seinem kräftigen Rot oft an Feldrändern zu sehen. Er ist eine einjährige Pflanze, während großblütige Arten wie der Türkische Mohn (Papaver orientale) als Staude jedes Jahr wieder erscheinen.
Der Mohn ist eine Pflanze, die in der Kulturgeschichte des Menschen bedeutsame Spuren hinterlassen hat. Schon seit der Jungsteinzeit gehören Mohngewächse zu den Begleitern der Menschen. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Vertreter der Familie: der Schlafmohn (Papaver somniferum). Wegen seiner schmerzlindernden Wirkung wurde er von alters her genutzt, einigen Quellen zufolge schon bei den Neandertalern. Im Mittelalter wurden mit Schlafmohn getränkte Schwämme bei Operationen verwendet. Heute ist die Pflanze ein wenig in Verruf geraten, weil die enthaltenen Alkaloide für Drogen wie Heroin missbraucht wurden. Aber in der Heilkunst sind Opiate weiter unverzichtbar.
Genauso bekannt ist die Verwendung des Mohns in der Küche. Die nahrhaften Samen wurden und werden zum Beispiel für Mohnkuchen und Mohnstriezel verwendet. Mohnsamenöl ist reich an Calcium, Kalium, Vitamin B und Linolsäure. Es kann für Salate oder als Hautpflegemittel verwendet werden.
In der Vergangenheit baute man den Mohn deshalb auch zur Samengewinnung im Garten an. Heute wird er dort nur noch als Zierpflanze kultiviert. Die Stauden bevorzugen einen sonnigen und warmen Platz. Ansonsten sind sie pflegeleicht, benötigen vielleicht ein wenig Kompost, um vor und während der Blüte Kraft zu tanken. Der Türkische Mohn kann gut kombiniert werden zum Beispiel mit Zierlauch, Bart-Iris oder Steppensalbei.
In naturnahen Gärten ist der Klatschmohn eine Bereicherung, gerne auch in Verbindung mit der Kornblume, so wie es am Ackerrand häufig zu sehen ist. Wenn die zarten Blütenblätter fallen, bilden sich die feinen Samen heraus, die vom Wind weit getragen werden können. Wer das Aussamen vermeiden möchte, entfernt die Blütenköpfe daher fortlaufend nach der Blüte.
Als Lichtkeimer macht sich der Klatschmohn auf allen freien Flächen breit. Die Pflanzen sind allerdings leicht zu jäten. Daher breiten sie sich nicht so aus, dass es zur Plage werden würde. Viele Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen lieben den Mohn, sowohl den wilden Klatschmohn als auch die Zuchtsorten. Sie finden dort sowohl reichlich Nektar als auch Pollen. Es gibt sogar eine auf den Mohn spezialisierte Wildbienenart, die Mohn-Mauerbiene, die allerdings sehr selten ist. Sie braucht Flugsandfelder oder andere sandige Standorte für ihre Nester. Klassische „Insektenhotels“, wie sie inzwischen in den Gartenmärkten zu finden sind, würden ihnen wie der Mehrzahl der Wildbienen nicht helfen. Die Mohn-Mauerbiene nutzt nicht nur Nektar und Pollen des Mohns, sie kleidet auch die Nester mit Blattstückchen aus. Brandenburg gehört zu den Regionen in Deutschland, in denen es noch Restbestände der Mohn-Mauerbiene gibt. net