Nützliche Schönheit
Die Tagetes vertreibt Schädlinge

Stundentenblumen sind fleißige Dauerblüher.Foto: Adobe Stock/Ashribosa

Eine farbenfrohe und unkomplizierte Sommerpflanze ist die Studentenblume (Tagetes). Sie zeichnet sich aus durch ihr leuchtendes Orange, das manchmal ins Gelb und manchmal ins Rot changiert, sowie durch ihre lange Blütezeit von Juni bis Oktober. In naturnahen Gärten wird sie gerne als Randbepflanzung gewählt, denn sie hält verschiedene Schädlinge von den Pflanzen fern.

Ihren wissenschaftlichen Namen hat die aus Mittel- und Südamerika stammende, meist einjährige Pflanze aus der großen Gruppe der Korbblütler von Tages, dem etruskischen Gott der Weisheit. Der Ursprung des deutschen Namens Studentenblume ist dagegen unklar. Eine Theorie ist, dass das kräftige Gelb der Pflanze, als sie im 19. Jahrhundert hier Verbreitung fand, viele an die Farben von Studentenverbindungen erinnerte. Vielleicht könnte ihre Unermüdlichkeit beim Blühen auch als Symbol für Fleiß und Ausdauer gesehen worden seien, die den Studierenden zugeschrieben wurden.

Allerdings lieben nicht alle Menschen Tagetes, da ursprüngliche Sorten einen strengen Geruch verströmen. Einige neuere Züchtungen haben diese Eigenschaft daher nicht mehr. Damit verliert die Pflanze allerdings einen ihrer größten Vorteile. Die von den Studentenblumen gebildeten Duftstoffe schrecken nämlich viele Schadinsekten ab. Mehr noch: Von den Tageteswurzeln werden Giftstoffe, sogenannte Thiophene, gebildet. Die schwefelorganische Verbindung tötet schädliche Fadenwürmer und Nematoden. Das gilt insbesondere für die Sorten Tagetes patula und Tagetes erecta. Die Blumen sind damit ein wichtiges Mittel bei der biologischen Schädlingsabwehr. Vor allem Wurzelgemüse wie Karotten oder Sellerie, die oftmals von Nematoden befallen werden, profitieren von einer Mischbepflanzung mit Tagetes, außerdem Kartoffeln, Tomaten und Gurken. Kohlpflanzen gedeihen besser, weil der Tagetesgeruch den Kohlschädling Weiße Fliege vertreibt. Auch in der Landwirtschaft wird die Pflanze als Zwischenbepflanzung eingesetzt, um Nematoden zurückzudrängen. Als Mischbepflanzung zur Schädlingsabwehr ebenfalls gerne genutzt werden Ringelblumen (Calendula officinalis) und Kapuzinerkresse (Troaeolum majus).

In schneckenreichen Gärten bleibt von frischgepflanzten Tagetes oftmals nicht viel übrig, denn die Weichtiere fressen die Studentenblume besonders gerne. Deshalb wird sie auch als Begleitpflanzung für Salat und Erdbeeren empfohlen, die dann von den Schnecken weniger befallen werden. Zumindest wer Tagetes in großem Stil selbst vorzieht, wird sich nicht scheuen, sie auch für diesen materialintensiven Zweck einzusetzen.

Im Herbst können dafür die reifen Samen einfach geerntet werden. Trocken und frostfrei aufbewahrt, können sie im Januar im Gewächshaus oder ab Anfang Mai im Freiland ausgesät werden. In einigermaßen milden Wintern säen sich Studentenblumen auch selbst aus, wenn sie nach der Samenbildung stehen bleiben. net
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