Nahwers Kirschbom

Der Wochenspiegel veröffentlicht in loser Folge Texte auf Plattdeutsch. Unterstützt werden wir dabei vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. sowie vom Plattdeutschen Stammtisch Wittstock. Dafür vielen Dank! Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Vergnügen beim Lesen! Ihr Wochenspiegel-Team

Mi künn’n de Ogen oewergahn,

Seih ik mien’n Nahwers Kirschbom stahn.

Wur giern ik dor eins rinlangen mücht,

Wenn riep un rot de Kirsch in lücht!

Kuum würd ein ierst’ Sprei (Star) dit gewohr,

Dunn wier sei mit ehrn Schwarm all dor!

Nu hülp kein schimpen, orrer schugen –

De Nawer möt ein Schuch upbugen.

Denn’ Strohkierl hängt hei mank de Äst’...

De Vögel säden: „Is woll ’t Best’,

Wi kieken uns denn’ ierst eins an,

Wenn nix passert, is hei uns Mann.

Wat dor in ’n Bom steiht ... schnurzegal!” ­

Sei störten up de Kirschen dal,

Wat mienen Nahwer sihr verdrütt!

Hei halt sien Luftgewehr un schütt…

…denn doch nich ... hei lött ’t blieben!

Hei will de Voegel blot verdrieben.­

Doch wat nu?, denkt hei in sien’n Sinn ...

Un dor föllt em sien Radio in!-

Dat du’rt nich lang’n, dor hürt man all,

Ut sienen Kirschbom Radioschall

Un ok all Nahwers näbenan,

De hürn sich dit Gedüdel an,

Ob Nahricht, Musik, Kommentor ...

De Spreigen? --- De sünd liekers dor!

Sei schmaddern, krieschen männig Stunn’

Un laten sich de Kirschen munn’n.

Sei fräten dun sich un ok dick,

Bi Nahwers Kirschen mit Musik!

Helmut Hillmann
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