Ein Wohnzimmerfür die Elbestadt
Erste Wittenberger Genossenschaftskneipe zieht ins Kranhaus

Die Initiatoren testen die Terrasse des Kranhauses, die bei gutem Wetter zusätzlich genutzt werden soll.Fotos: Marcus J. Pfeiffer
Wittenberge. Im Herbst macht in Wittenberge eine Kneipe auf, die nicht nur Getränke serviert, sondern ihren Gästen selbst gehören soll. Im historischen Kranhaus wird damit wohl eine erste Gastronomie-Adresse der Stadt eröffnen, die genossenschaftlich organisiert und konzipiert ist. „Wittenberge setzt ein Zeichen für Gemeinschaft und lokale Kneipenkultur“, so Christian Soult, Community Manager und Sprecher bei den Elblandwerkern sowie Mitinitiator des Projektes. Die Genossenschaft trägt den Namen „machBar Zapferei eG“, der Name der Kneipe wird gerade noch entwickelt und rechtzeitig mit der Eröffnung bekannt gegeben.

Ziel sei, einen lebendigen Begegnungsort im geschichtsträchtigen Kranhaus zu schaffen, der weit über den klassischen Barbetrieb hinausgeht und rauchfrei ist. Nach dem ersten Aufruf im Dezember letzten Jahres haben sich schnell mehr als 20 Interessierte gefunden, die diese Idee einer eigenen Kneipe vorangetrieben haben. Mittlerweile engagieren sich laut den Initiatoren über 40 Menschen aus der Prignitz für die Genossenschaftskneipe und haben aus der Idee ein konkretes Vorhaben gemacht. Für die Umsetzung mit der Planung, über das Marketing, die Raumgestaltung bis hin zur Organisation und Tresendiensten werden weitere Engagierte gesucht. Ein konkreter Tag für die Eröffnung steht noch nicht fest. Derzeit bauen die Mitglieder die Räume aus, entwickeln das Konzept weiter – und suchen zusätzliche Mitstreiter.

Der Standort könnte nicht symbolträchtiger sein: Das Kranhaus, direkt am Zufluss der Elbe gelegen, verbindet industrielle Historie mit moderner Stadtentwicklung. Ab Herbst dieses Jahres soll hier offiziell der Betrieb an Freitag- und Samstagabenden aufgenommen werden. Bei gutem Wetter auch auf der Terrasse mit freiem Blick über die Elbe und die Elbtalauen. Die Kneipe soll ein Ort für alle Generationen werden – ein Raum für Feierabendbiere, gute Gespräche, Kulturveranstaltungen und kreativen Austausch.

Hinter dem Projekt steht eine Gruppe engagierter Wittenbergerinnen und Wittenberger, die sich eine rauchfreie Kneipe als soziales Herzstück ihrer Stadt wünschen. „Damit dieses Herz auf soliden Füßen steht, ist jede und jeder eingeladen, Teil des Projekts zu werden“, so Christian Soult. Die offizielle Gründung der Genossenschaft wurde am 8. Juni vollzogen. „Wir wollen keinen anonymen Investor, sondern eine Bar von Wittenbergern für Wittenberger“. Als Mitglied der Genossenschaft entscheide man nicht nur über die Zukunft des Ladens mit, sondern investiere direkt in die Lebensqualität vor Ort, gibt die Gruppe bekannt.

Die Initiative entspringt dem Netzwerk der Elblandwerker, die sich für Zuzug und eine starke Gemeinschaft in der Prignitz einsetzen. Mit der Genossenschaftskneipe wird das Prinzip der Kollaboration nun auf die Gastronomie übertragen. dre

Wer Genossin oder Genosse werden möchte, findet Informationen und Kontaktmöglichkeiten auf der Website unter machbar-wittenberge.de.





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