Lavendel mag es karg
Der Duftstrauch reagiert empfindlich auf zu viel Dünger im Boden

Lavendel: Das kräftige Lila seiner Blüten prägt den Garten im Sommer.Foto: Adobe Stock/Nailia Schwarz

Braune Blattspitzen, lange, instabile Stängel und dünne Blüten – zeigt sich ein Lavendel so, dann ist das kein Hitze-Schaden. Der mediterrane Strauch kommt gut mit hohen Temperaturen zurecht. Vielmehr kann es sich um Zeichen von Überdüngung handeln. Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) braucht nur wenig Nährstoffe. Auf ein Überangebot reagiert er empfindlich. Deutet der Gärtner die Anzeichen falsch und düngt noch einmal kräftig nach, kann die Pflanze sogar eingehen.

Jetzt im Juli steht der Lavendel in voller Blüte. Er stammt ursprünglich aus Küstenregionen des Mittelmeers, wo sein tiefes Violett und der aromatische Duft Regionen wie die Provence prägen. Schon im alten Rom wurden die Blüten genutzt, um daraus duftende Bade-Essenzen zu gewinnen. Daraus leitet sich auch der Name der Pflanze ab, vom lateinischen „lavare“ für Waschen. Benediktinermönche führten sie im Mittelalter nördlich der Alpen ein. Die meisten Sorten des Echten Lavendel sind winterhart, benötigen nur bei sehr strengem Frost etwas Schutz.

Im Garten braucht der Lavendel einen sonnigen, warmen Standort und einen gut durchlässigen Boden. Auf jegliche Gabe von Dünger und Kompost wird verzichtet. Auch beim Gießen ist der kleine Strauch genügsam, die silbergrauen, schmalen Blätter verdunsten wenig Wasser. Bei anhaltender Trockenheit ist eine Bewässerung aber notwendig.

Oft werden Rosen und Lavendel als Traumpaar angesehen. Und tatsächlich harmoniert das Lila des Halbstrauchs gut mit kräftigem Rot oder zartem Rosa. Außerdem heißt es, Lavendelduft vertreibe Läuse. Darauf ist allerdings kein Verlass. Und von ihren Ansprüchen her unterscheiden sich die Pflanzen deutlich. Zwar mögen auch Rosen einen sonnigen Platz mit einem durchlässigen Boden. Sie brauchen es aber humusreich, gerne auch etwas lehmig. Zudem müssen Rosen immer gut durchlüftet stehen, um keine Pilzerkrankungen zu entwickeln.

Wer also die beiden Pflanzen kombinieren möchte, sollte auf jeden Fall auf einen ausreichenden Abstand achten. Rund ein Meter Zwischenraum sollte es sein. Hilfreich ist es, den Boden jeweils speziell zu bearbeiten. Während die Rose regelmäßig Dünger erhält, wird der Untergrund beim Lavendel durch Beimischung von Sand abgemagert.

Ein Lavendel kann Jahrzehnte überdauern, wenn er richtig gepflegt wird. Dafür kommt es vor allem auf den richtigen Schnitt an. Die Sträucher neigen mit der Zeit zum Verholzen und Vergreisen. Um das zu verhindern, wird zunächst einmal direkt nach der Blüte ein erster, leichter Rückschnitt durchgeführt. Ein weiterer, kräftigerer Schnitt, möglichst bis ins alte Holz, erfolgt im Frühjahr vor dem Austrieb. Alte Sträucher, die stark vergreist sind, werden am besten nicht auf einen Schlag massiv gekürzt, sondern Schritt für Schritt über mehrere Jahre.

Die Blüten können jetzt als Duftspender genutzt werden. In einem Säckchen eingenäht werden Lavendelblüten auf das Kopfkissen gelegt, um den Schlaf zu verbessern. Im Kleiderschrank dienen sie als Mittel gegen Motten. Auch in der Küche wird Lavendel genutzt, als Bestandteil der Kräuter der Provence, zudem als Heilpflanze gegen Kopfschmerzen und Nervosität. net
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