Im Verein wird der 72-Jährige besonders für sein Wirken als „Imkervater“ geachtet, der den Jungimkern nahebringen kann, wie Bienen eigentlich so ticken und der auch die Unterschiede zwischen der früher üblichen Behausung im Bienenkorb und der heute gängigen im Bienenstock vermitteln kann.
„Das Wetter hat gepasst und es ging bis in die Nacht“, weiß Horst Gläß über die Feierlichkeit zu berichten. Seit fünf Jahren ist der mittlerweile im Ruhestand befindliche Gründer des Autohauses Gläß, des ersten dieser Art in Wittenberge seit der deutschen Vereinigung, Vorsitzender des Traditionsvereins. 2017 waren seine Frau Sieglinde, die schon lange für die früher Immen genannten Insekten schwärmte, und er beigetreten.
Nachdem er das auf Neufahrzeuge der Marke Nissan und Gebrauchtwagen fokussierte Autohaus seiner Tochter Jenny, die in Stendal ein weiteres derartiges Unternehmen betreibt, überschrieben hatte, gab es die nötige Zeit, sich für die fleißigen Insekten zu engagieren und sich von ihnen faszinieren zu lassen. Er selbst ist immer wieder beeindruckt davon, mit welcher Ruhe die bei ihm in fünf Völkern heimischen Carnica- und Buckfastbienen ihren doch stressigen Job erledigen und in welch festen Gesellschaftsstrukturen sie leben. Die Leidenschaft für die unersetzbaren Bestäuber hatte er sich schon von seinem Vater abgeguckt. Und auch seine Tochter Jenny und Enkelin Lea in Stendal haben schon drei Bienenvölker.
„Aber Auto fahren können sie noch nicht“, schmunzelt Horst Gläß bezüglich der Bienen. Gleichwohl kooperiert der Imkerverein mit seinem früheren Autohaus seit Jahren hervorragend. Einmal im Monat treffen sich die rund 20 Mitglieder des Imkervereins an einer Art Stammtisch in der Kneipe „Cheers“ in Wittenberge, erzählen darüber, was so passiert ist, besprechen die Vereinsgeschäfte und gesetzliche Sachen, die sie betreffen.
Auch der Stand, mit dem der Verein im kommenden Jahr, wenn die Landesgartenschau (LAGA) in Wittenberge organisiert wird, das Imkerwesen darstellen will, ist gelegentlich Thema.
Der Honig seiner Bienen, den er in Früh- und Sommertracht erntet und in 500-Gramm-Gläsern vorwiegend an Stammkunden verkauft, schmeckt ihm „ein wenig wie Karamell“. gd