In vielen Brandenburger Gärten reifen jetzt wieder Zucchini heran. Die Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) gehört zu den ertragreichsten Gemüsen. Die Früchte sind grün, manchmal auch gelb, und länglich. Geerntet werden sie in der Regel vor dem vollen Ausreifen, wenn sie etwa 15 bis 30 Zentimeter lang sind und bis zu 300 Gramm wiegen.
Sie werden roh, gekocht oder gegrillt gegessen. Vollreif können sie mehrere Kilogramm auf die Waage bringen, sind aber dann oft wässrig und wenig aromatisch. Der mittlere Teil mit den Kernen wird dann am besten großzügig entfernt, der Rest kann zum Beispiel für Zucchini-Kuchen oder Zucchini-Puffer verwendet werden.
Manchmal allerdings kommt es vor, dass eine Pflanze partout keine Früchte ausbilden will. Sie trägt zwar viele Blüten, daraus entwickelt sich aber kein Fruchtansatz. Zucchini bilden sowohl weibliche als auch männliche Blüten aus. Früchte entwickeln sich nur, wenn eine erfolgreiche Bestäubung der weiblichen Blüten durch Pollen ihrer männlichen Pendants stattfindet. Aber manchmal entstehen nur männliche Blüten, etwa bei ungünstigen Wachstumsbedingungen oder unregelmäßiger Bewässerung.
Männliche Blüten erscheinen als erste an der Pflanze. Sie sind erkennbar an ihrem langen, schlanken Stiel. Sie haben keinen Fruchtknoten an der Basis, dafür Staubgefäße zur Pollenproduktion.
Weibliche Blüten bilden sich in der Regel später, haben kürzere und dickere Stile, einen verdickten Fruchtknoten an der Basis und eine Narbe zur Pollenaufnahme.
Üblicherweise tragen Bienen die Pollen von der männlichen zur weiblichen Blüte. Wenn diese etwa wegen nasskalter Witterung wenig unterwegs sind, kann diese Arbeit auch mit dem Pinsel übernommen werden.
Und wenn es nun nur männliche Blüten gibt? Dann ist es am besten, diese ersatzweise zu ernten und zu verarbeiten. Aus Italien sind viele Rezepte zu uns gekommen, etwa in Mehl gewälzt und frittiert, gefüllt mit Ricotta, Parmesan und Kräutern oder einfach auf dem Grill gegart.
Der Vorteil: Durch das Abernten wird die Pflanze angeregt, neue Blüten zu bilden. Wenn die Bedingungen stimmen, also genug Dünger und regelmäßige Bewässerung vorhanden sind, stehen die Chancen gut, dass dann sowohl männliche als auch weibliche Blüten entstehen.
Auch die weiblichen Blüten können gegessen werden. Wer also unter einer Überfülle an Zucchini ächzt und auch Freunde und Verwandte schon reichlich beschenkt hat, kann auf diese Weise die Masse des zu bewältigenden Gartengemüses eindämmen. Üblicherweise werden die männlichen Blüten (erkennbar am längeren Stiel) eher frittiert, während die etwas größeren weiblichen Blüten, die direkt aus der Blattachsel wachsen, zum Füllen verwendet werden. Vor der Verarbeitung werden bei den männlichen Blüten die bitter schmeckenden Staubblätter in der Mitte entfernt. Auch die Blüten von Speisekürbissen können in ähnlicher Weise zubereitet werden. Bei Zierkürbissen dagegen enthalten die Blüten ähnlich wie die Früchte den Giftstoff Cucurbitacin, erkennbar am bitteren Geschmack. net