An heißen Sommertagen zieht es viele Brandenburger hinaus an Seen oder in Freibäder. Nicht nur der Sprung ins Wasser kühlt, oft ist schon der Aufenthalt am Ufer oder am Beckenrand eine Wohltat. Dahinter steht das physikalische Prinzip der Kühlung durch Verdunstung. Wenn Wasser vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht, wird viel Energie verbraucht. Die liefert die Umgebungsluft, die dadurch spürbar abkühlt. Stadtplaner nutzen diesen Effekt, um heiße Innenstädte durch Wasser- und Grünflächen zu kühlen. Das Stichwort dazu heißt Schwammstadt. Dasselbe ist auch im Garten möglich – durch Teich, Mini-Teich oder Sumpfbeet.
Ein Teich ist in mehrfacher Hinsicht eine Bereicherung für einen Garten. Es entstehen Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die sonst nicht im Garten zu sehen wären, zudem wird das Mikroklima positiv beeinflusst. Untersuchungen aus Berlin zeigen, dass in der Nähe eines etwa fünf Hektar großen Sees unter bestimmten Bedingungen die sommerlichen Tageshöchsttemperaturen etwa 2,5 Grad niedriger lagen als in der weiteren Umgebung. Auch die nächtliche Abkühlung fiel kräftiger aus. Der Effekt kann mehrere Hundert Meter weit reichen. Die kühlenden Effekte eines Gartenteichs fallen natürlich geringer aus und beschränken sich auf das direkte Umfeld.
Der Teich ist wichtig auch für die Tiere im Garten. Bienen und Wespen landen am Ufer, um zu trinken. Die Amsel nimmt regelmäßig ein Bad. Wichtig ist, dass es sowohl eine tiefe Zone gibt, die auch im Winter nicht zufriert, als auch einen Flachwasserbereich, an den Tiere ohne Gefahr zum Trinken kommen können. Wasserkäfer siedeln sich an und sorgen zusammen mit Libellenlarven dafür, dass Mückenlarven frühzeitig dezimiert werden. Mit der Zeit werden sich auch Molche und Frösche einstellen. Die Tiere sorgen dafür, dass sich ein biologisches Gleichgewicht einstellt. Die Gartenbesitzer müssen nur gelegentlich Laub und eventuell überhandnehmende Algen abfischen.
Komplizierter wird es, wenn Fische im Teich leben sollen. Sie werden gefüttert und treiben mit ihren Ausscheidungen das Algenwachstum an. Einigermaßen stabil ist ein solcher Teich erst ab einer gewissen Größe. Und auch dann geht es nicht ohne Pumpe und Filter. Zudem haben Molche, Frösche und andere Kleintiere dann in aller Regel keine Chance gegen die kräftigere Konkurrenz.
In kleinen Gärten reicht der Platz oft nicht einmal für einen kleinen Froschteich. Die Alternative ist ein Miniteich, bestehend zum Beispiel aus einer alten Zinkwanne. Mit einigen Wasserpflanzen verwandelt sich das Becken schnell in ein lebendiges Biotop. Auch hier ist auf Ausstiegshilfen für Tiere zu achten, etwa in Form von Steinen, die so in das Becken gelegt werden, dass sie zum Teil herausragen. Ein halbschattiger Platz ist ideal, sonst erwärmt sich das Wasser zu stark, was das Algenwachstum fördert.
Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, ein Sumpfbeet im Garten anzulegen. Auf manchen Grundstücken gibt es bereits Bereiche mit Staunässe. Wird dort zum Beispiel der Regenwasserauslauf des Gartenhauses hingelenkt, entwickelt sich von allein eine sumpfige Zone, die zum Beispiel mit Sumpf-Dotterblume, Mädesüß oder Blutweiderich bepflanzt werden kann. Ansonsten kann eine wasserdichte Teichfolie ausgelegt werden. Wie ein Teich kann das Sumpfbeet dazu beitragen, das Mikroklima im Garten zu verbessern. net