Mit dem Spätsommer beginnt im Garten die Zeit der Heidegewächse, vor allem der Besenheide (Calluna vulgaris). Weil ihre Blütezeit im August beginnt, wird sie auch Sommerheide genannt. Aber die Zwergsträucher blühen bis in den Oktober hinein, manche Sorten sogar noch im November. Sie sind in dieser Zeit eine wichtige Bienenweide, denn bei vielen anderen Blütenpflanzen ist die Saison schon vorbei. Es gibt sogar Wildbienenarten, die sich auf die Heide spezialisiert haben, beispielsweise die Heidekraut-Sandbiene. Ihren Namen hat die Besenheide, weil ihre zähen, langen Zweige früher zu einfachen Besen gebunden wurden.
Im Garten ist die Besenheide beliebt, denn sie ist als heimische Pflanze pflegeleicht und absolut winterhart. Sie mag einen durchlässigen, kalkarmen und leicht sauren Boden. Bei einer Neupflanzung kann man etwas Rhododendronerde untermischen, später mit Rhododendron- und Hortensiendünger düngen.
In einer Mischpflanzung lässt sie sich gut mit Stauden kombinieren, die ähnliche Standortbedingungen stellen. Das können andere Heidearten sein wie die später blühende Glockenheide (Erica), Moorbeetpflanzen wie Rhododendren oder Azaleen, Ziergräser oder Heidelbeersträucher. Optisch ergänzt werden können sie auch durch Herbstastern, Fetthennen oder Sonnenhut. Natürlicherweise wächst die Besenheide auf sonnigen Standorten, vorzugsweise in Mooren und Heidegebieten.
Sie hat diesen Offenlandschaften, die in Europa historisch vor allem seit dem Mittelalter durch menschliche Nutzung entstanden sind, ihren Namen gegeben, weil sie mit dem intensiven Violett ihrer Blüten im Sommer und Herbst das Bild prägte. Heute existieren diese ausgedehnten offenen Heideflächen nur noch in Resten. Der Grund ist, dass eine Beweidung mit Schafen kaum noch stattfindet.
Als Kulturpflanze gibt es die Besenheide in vielen verschiedenen Sorten mit sehr unterschiedlichen Blütenfärbungen und Blühzeiten. Beliebt sind Züchtungen zum Beispiel in Karminrot, hellem und dunklem Lila sowie Weiß.
Im Handel viel angeboten wird die sogenannte Knospenheide. Dabei handelt es sich um eine Zuchtform der Besenheide, bei der die farbigen Knospen dauerhaft geschlossen bleiben. Das sorgt dafür, dass sich die Stauden sehr lange in voller Farbe präsentieren. Wenn allerdings Insekten die Pflanzen auf der Suche nach Nektar und Pollen ansteuern, werden sie enttäuscht.
Besser ist es da, die klassische Besenheide zu pflanzen. Im Handel ist sie erkennbar an Charakterisierungen wie „offenblühend“, „einfach blühend“ oder „Wildform/Calluna vulgaris). Eine gute Ergänzung ist die Schneeheide (Erica carnea). Sie wird auch Winterheide genannt und ist ursprünglich eine Gebirgspflanze, die zum Beispiel im Alpenvorland beheimatet ist. Sie blüht den ganzen Winter lang bis in den Vorfrühling und hält dabei selbst tiefsten Frost aus. Deshalb ist Erica carnea wichtig als Nahrungsquelle für frühe Insekten, zum Beispiel die ersten ausfliegenden Hummelköniginnen. net