Nachholbedarfbeim Hitzeschutz
Ersatzkassen fordern mehr finanziellesEngagement für Pflege und Krankenhäuser

Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen wird immer wichtiger. Foto: Adobe Stock/Kunlathida
brandenburg. Vor dem Hintergrund der Hitzewellen in der Bundesrepublik im laufenden Sommer und der damit verbundenen starken Zunahme von hitzebedingten Krankheits- und Todesfällen fordert der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) mehr finanzielles Engagement vor allem von Bund und Ländern, um Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen klimaresilienter aufzustellen. Viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen seien nur unzureichend auf solche hohen Temperaturen eingestellt, etwa was die Kühlung der Zimmer oder bauliche Maßnahmen wie bessere Wärmedämmung und wirksamen Sonnenschutz anbelangt, kritisiert Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek. Hier gebe es „viel Nachholbedarf”. Hitzeschutz sei als zentrales Kriterium bei der Krankenhausplanung durch die Länder und bei Investitionen in Infrastruktur, Instandhaltung und Sanierung von Gebäuden zu berücksichtigen.

Der jährliche Investitionsbedarf wird von den Krankenkassen und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) auf etwa sieben bis acht Milliarden Euro bei Krankenhäusern beziffert. Die Bundesländer stellen jedoch laut vdek nur vier Milliarden Euro jährlich zur Verfügung. Auch bei den stationären Pflegeeinrichtungen kämen die Länder ihrer Investitionsfinanzierung nicht genügend nach. Der Bund sei ebenso gefordert, Investitionen im Bereich Hitzeresilienz zu tätigen, so der Krankenkassen-Verband. Die Gelder dafür sollten aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität kommen. Darüber hinaus braucht der Klimaschutz klare Rahmenbedingungen, um insbesondere Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen im Bereich von Extremwetterlagen kompetenter und resilienter zu machen. Zudem spricht sich der vdek für einen nationalen Hitzeschutzplan mit einheitlichen Standards aus.

Auch die Ersatzkassen engagieren sich nach Angaben des vdek für das Thema Klima und Gesundheit. So werde etwa die Förderung altersgerechter Mobilität mit dem Fokus auf Hitzeextreme in den Kommunen verfolgt. Ziel sei zudem, Pflegebedürftige gezielt über Gesundheitsrisiken aufzuklären und wirksam zu schützen. Die Ersatzkassen und auch der vdek engagieren sich ebenso in regionalen Bündnissen und vorhandenen Netzwerken zum Hitzeschutz. gd
Druckansicht