Auch im Garten gibt es eine hohe Wertschätzung für den immergrünen Baum, denn er verträgt problemlos einen Rückschnitt. Damit kann er auch für Schnitthecken verwendet werden. Selbst bei einem sehr starken Rückschnitt treibt die Eibe über schlafende Knospen aus dem kahlen Stamm wieder aus.
Nicht nur als Hecke, sondern auch als Solitär kann eine Eibe den Garten bereichern, in Wildform genauso wie beschnitten als Säulen-Eibe. Wenn sie genug Platz hat, kann eine Eibe Höhen von zehn bis 18 Metern und bis zu 15 Meter Breite erreichen. Es dauert aber viele Jahrzehnte, bis der Baum derartige Ausmaße erreicht. Regelmäßig geschnitten, wird der Nadelbaum sehr blickdicht. Hecken und Formgehölze kommen üblicherweise mit einem jährlichen Schnitt aus, der in der Regel im Frühsommer erfolgt. In Barockgärten waren streng beschnittene Taxus-Solitäre sehr beliebt. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Züchtungen von Taxus baccata. Beliebt ist zum Beispiel die Goldeibe (Taxus baccata ‚Aurea‘) mit gelben Nadeln. Es gibt auch Zuchtformen mit besonders dunkelgrünen Nadeln und solche mit speziellen Wuchsformen. Für kleine Hecken gibt es etwa die schwach wachsende Züchtung ‚Renkes Kleiner Grüner‘. Neben der Europäischen Eibe sind zudem die Japanische Eibe (Taxus cuspidata) und Kreuzungen wie die Hybrid-Eibe (Taxus x media) im Handel.
Die Eibe verträgt sehr gut auch einen Schattenplatz, kann also ohne Weiteres unter dem Blätterdach großer Bäume heranwachsen. In den Wäldern sind Wildbestände von Eiben trotzdem sehr selten geworden. Das wird vor allem auf eine zu starke Nutzung in vergangenen Jahrhunderten zurückgeführt. Außerdem passt der langsam wachsende Nadelbaum nicht zu den auf schnelle Verwertbarkeit ausgerichteten Bewirtschaftungszyklen der Forstwirtschaft. Die noch vorhandenen Wildbestände von Taxus baccata gelten vielerorts als bedroht.
In den Gärten dagegen sind die immergrünen Bäume häufig anzutreffen. Jetzt im Spätsommer und Herbst sind sie an ihren attraktiven roten, beerenartigen Scheinfrüchten gut zu erkennen. Deren fleischiger Samenmantel ist ungiftig, wird auch von einigen Vögeln gerne gefressen, während die Samen selbst und alle anderen Teile des Baums hochgiftige Taxine enthalten. Für die Tierwelt ist die Eibe ansonsten wenig interessant, bietet keinen Nektar oder Pollen für Insekten, für Vögel weniger Nistplätze als zum Beispiel Liguster oder Ilex. Dafür gilt sie als robuster Baum, der zwar feuchte, nährstoffreiche und kalkhaltige Böden liebt, aber auch mit Trockenheit gut zurechtkommt. net