Herbstzeit
ist Saatzeit
Jetzt sollte die prächtige Blumenwiese für das nächste Jahr vorbereitet werden

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Der Herbst ist eine gute Zeit, um die Grundlagen für ein artenreiches Frühjahr zu legen. Wer sich im nächsten Jahr an einer prächtigen Wildblumenwiese erfreuen will, kann jetzt aussäen. „Der Herbst ist Pflanzzeit für Bäume, Hecken, Sträucher und Stauden. Aber auch Saatzeit. Der September ist besonders für mehrjährige Blumenmischungen vorteilhaft. Viele Wildpflanzen sind Kaltkeimer oder benötigen die herbstliche Feuchtigkeit, um im nächsten Jahr kräftig auszutreiben“, erklärt Corinna Hölzel, Garten-Expertin beim Umweltverband BUND.

Wichtig ist, dass die Fläche während der ersten Wochen nach der Aussaat niemals ganz austrocknet. „Die meisten Gartenböden sind für eine klassische Blumenwiese zu nährstoffreich. Auf diesem fettem Boden wachsen Gräser besonders schnell und verdrängen die lichthungrigen, oft zierlichen Wildblumen. Eine artenreiche Magerwiese benötigt hingegen einen nährstoffarmen Untergrund“, so Hölzel. Der Boden sollte schrittweise vorbereitet werden:

Nährstoffüberschuss reduzieren: Eine bestehende Rasenfläche sollte vor dem Umbruch mehrmals tief gemäht und das Schnittgut sollte konsequent entfernt werden.Sand einarbeiten: Um die Bodenstruktur abzumagern, werden etwa 5 bis 10 Zentimeter Sand (ungewaschener Grubensand oder feiner Kies) in die obere Erdschicht eingearbeitet.Abtrag der Humusschicht: Bei extrem nährstoffreichen Flächen kann es notwendig sein, die oberste, dunkle Humusschicht komplett abzutragen, um direkt auf dem mageren Unterboden zu starten.

Damit die Aussaat der Wildblumenwiese gelingt, muss das Saatgut direkten Kontakt zum Boden haben. Ein einfaches Ausstreuen auf eine bestehende Rasenfläche führt fast nie zum Erfolg, da die Grassoden den Keimlingen keine Chance lassen. Der BUND rät für die Neuanlage einer Blumenwiese:

Blanke Erde schaffen: Vor dem Aussäen müssen die Grassoden abgetragen oder untergegraben werden. Die Fläche sollte feinkrümelig und frei von Wurzelunkräutern sein.Saatgut vorbereiten: Da viele Saatgutmischungen sehr feine Samen enthalten, empfiehlt es sich, das Saatgut mit Sand oder Sägemehl zu mischen (Verhältnis etwa 1:3). Dies vergrößert das Volumen und ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung auf der Fläche.Gleichmäßig ausstreuen: Die Mischung wird am besten im Kreuzgang ausgebracht, einmal längs und einmal quer.Bodenschluss herstellen: Wildblumen sind meist Lichtkeimer und dürfen nicht mit Erde bedeckt werden. Es reicht aus, die Samen mit Walze oder Trittbrett fest anzudrücken. So wird der notwendige Kontakt zum Wasser hergestellt.

„Für eine dauerhaft erfolgreiche Blumenwiese ist die Wahl des Saatguts entscheidend. Im Naturgarten liegt der Fokus auf heimischen Wildpflanzen, die perfekt an die hiesigen Insekten angepasst sind. Viele dieser Arten, wie die Kornrade oder die Kornblume, sind in der freien Landschaft selten geworden und finden im Garten ein wichtiges Rückzugsgebiet“, so Hölzel.

Nach dem Bauerngarten-Prinzip können auch Nutz- und Zierpflanzen direkt kombiniert werden, um natürliche Synergien zu schaffen.

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