Mudder
Schmoken, de Dörpzeitung

Der Wochenspiegel veröffentlicht in loser Folge Texte auf Plattdeutsch. Unterstützt werden wir dabei vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. sowie vom Plattdeutschen Stammtisch Wittstock. Dafür vielen Dank! Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Vergnügen beim Lesen! Ihr Wochenspiegel-Team

Will een in d’ Dörp watt Neiet weeten,

watt süss in keene Zeitung steiht,

brukt blot Mudder Schmoken froagen;

de Ollsch weet öwerall Bescheid.

Se weet, wer d’ Fenster morgens uppmöckt

un wer klock tein erst uppstein deit;

weet, watt in d’ School de lütten Kinner

an Fiewen, Veern un Dreien hemm

un watt de Lüd ganz oft un heimlich

an Furrer vör ehr Höhner klemm’.

Se weet, watt in den Kroch vertellt wärd

un weet ok, wer am meisten süppt;

weet, wer sick bi de Arbeet krank stellt

un nachts in fremde Betten krüppt.

Wenn ehr een fröcht: „Is daet ok woahr?“

secht Mudder Schmoken frech: „Na kloar.

Ick bün nich neilich, kann nich lögen

un kann de Minschen nich bedrögen.

Un wer van Dörpzeitung watt secht,

is niederträchtig un rädt’ schlecht.“

„Nee“, gnurrt Oll Möllersch:

„De hätt recht.“

Ernst Stadtkus
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