Zeit fürdie Quitte
Die goldgelben Früchte kommenim Oktober zur Reife

Leuchtend gelbe Früchte liefert jetzt die Quitte.Foto: Adobe Stock/odluap
Im Oktober neigt sich die Obstsaison ihrem Ende entgegen. Auch die späten Apfelsorten sind jetzt oft schon geerntet und eingelagert. In manchen Gärten sind aber noch Bäume mit großen, goldgelben Früchten zu sehen, die ein wenig wie Birnen oder Äpfel aussehen. Dabei handelt es sich um die Quitte (Cydonia Oblonga). Manchmal bis in den November hinein können diese Früchte zum Ausreifen am Baum bleiben, solange es keinen Frost gibt.

Im Unterschied zu Äpfeln und Birnen können Quitten nicht roh verzehrt werden. Dafür lassen sie sich zu schmackhaftem Gelee, Marmelade, Mus oder Kompott verarbeiten. Ihr bestes Aroma erlangen die Früchte voll ausgereift, wenn sie noch die letzte Oktobersonne aufnehmen können. Reife Quitten lassen sich leicht vom Ast abdrehen. Droht jedoch ernsthafter Frost, können sie auch schnell unreif geerntet werden und an einem kühlen Ort nachreifen.

Die Quitte ist ein breitkroniger Baum, der meist eine Höhe von etwa fünf bis sechs Metern erreicht und als ausgewachsenes Exemplar oft eine üppige Ernte liefert. Als Standort lieben sie einen geschützteren Platz zum Beispiel an der Südseite eines Hauses, denn junge Bäume sind empfindlich gegen strengen Frost. Dafür sind sie ansonsten robust, stellen auch an den Boden geringe Ansprüche, nur einen zu hohen Kalkgehalt mögen sie nicht. Anders als andere Obstgehölze, deren Blüten bei Spätfrösten im Frühjahr manchmal erfrieren, ist die Quitte auch in dieser Hinsicht unproblematisch, denn sie öffnet ihre Blüten deutlich später.

Wer eine Quitte in den Garten pflanzen möchte, hat zunächst einmal die Auswahl: Soll es eine Apfel- oder eine Birnenquitte sein? Die Namen leiten sich von der Form der Früchte ab. Bei Apfelquitten sind sie rundlich, bei Birnenquitten länglich geformt. Auch sind Birnenquitten etwas weicher und leichter zu verarbeiten, Apfelquitten dafür aromatischer.

Gepflanzt werden Quittenbäume im Frühjahr. Dabei empfiehlt es sich, zwei Bäume nebeneinander zu pflanzen, denn dann werden mehr Blüten befruchtet und der Ertrag wird größer. Geschnitten werden müssen die Bäume deutlich weniger als andere Obstbäume. Es empfiehlt sich, gelegentlich einzelne Triebe einzukürzen und eine zu dicht verzweigte Krone etwas auszulichten. Das geschieht am besten im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, zwischen Ende Februar und Ende März.

Auch wer sich nicht die Mühe machen will, die Früchte zu verarbeiten, kann sich eine Quitte als Ziergehölz in den Garten pflanzen. Die Bäume tragen im Frühjahr attraktive Blüten, die größer sind als Apfel- oder Birnenblüten. Die Früchte im Herbst glänzen nicht nur goldgelb, sondern duften auch intensiv.

Als Alternative für kleine Gärten kommen Zier- oder Scheinquitten (Chaenomeles) infrage. Das sind Sträucher, die bis zu zwei Metern Höhe erreichen und mit der Quitte verwandt sind. Während die Quitte ursprünglich im Kaukasus beheimatet war, stammt die Zierquitte aus Ostasien. Ihre Früchte bleiben kleiner, können aber – anders als der Name vermuten lässt – in ähnlicher Form in der Küche verwertet werden. net
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