Für 1735 Hektar verantwortlich
Perlebergs neuer Stadtförster ist eine Försterin

perleberg. Seit Anfang des Monats hat der Perleberger Stadtforst eine Försterin. Marleen Tischer hat die Aufgabe von Raphael Wentzel übernommen, der in den Landesbetrieb Forst gewechselt ist, und ist seitdem die neue Stadtförsterin. Mit ihrem Amtsantritt zeichnet Marleen Tischer nun für 1735 Hektar Wald verantwortlich. „Das ist eine ganze Menge“, wie sie sagt. Doch mit ihren drei Forstwirten habe sie sehr hilfsbereite Kollegen an ihrer Seite, die ihr den Einstieg leicht gemacht hätten. Wenn die Stadtförsterin über ihre Aufgaben spricht, dann nennt sie als Erstes den Waldumbau. „Damit haben meine Vorgänger schon sehr gut begonnen“, so die 35-Jährige. „Diese Aufgabe wird uns noch die nächsten Jahre und Jahrzehnte beschäftigen, den Wald vom Kiefernforst zu Mischwaldbeständen umzuwandeln.“

In den kommenden Monaten stehen auch die Neupflanzungen auf dem Arbeitsprogramm der Försterin und der Forstwirte. Aber auch die Jagd wird im November wieder verstärkt sichtbar. Denn dann startet auch im Stadtforst die Ansitzdrückjagd – eine Bewegungsjagd auf Schalenwild, die gerade mit Jagdpächtern vorbereitet wird.

Marleen Tischer kommt aus Berlin, wo sie aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Hier hat sie auch ihre Ausbildung zur Forstwirtin gemacht. In die Berufsrichtung Forst ist sie eher zufällig gekommen: „Als ich mein Abitur machte, wusste ich nicht, was ich danach machen möchte.“ Und so habe ihre Mutter ihr eines Tages einen Artikel über die Ausbildung zur Forstwirtin in Berlin hingelegt. „Dabei war auch eine Stellenausschreibung für eine Ausbildung. Und so habe ich mich heimlich beworben.“ Und Marleen Tischer bekam die Lehrstelle. Nun musste sie ihren Eltern beichten, dass sie das Abitur abbricht und die Lehre beginnt. Ihr Abitur hat sie dann später nachgeholt und von 2013 bis 2016 Forstwirtschaft an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde studiert.

Vor ihrem Amtsantritt in der Rolandstadt hat Marleen Tischer bei der Kreisverwaltung Ostprignitz- Ruppin in Neuruppin im Sachgebiet Natur und Straßen gearbeitet. Die Stadtförsterin weiß, dass sie eine der wenigen Frauen ist, die als Försterin tätig sind. „Der Beruf ist nach wie vor eine Männerdomäne.“ Aber hier spiele das keine Rolle. „Wir arbeiten im Perleberger Stadtforst sehr kollegial, auf Augenhöhe zusammen, pflegen dabei einen respektvollen Umgang“, wie sie berichtet.

Für ihren Neuanfang in Perleberg ist diese gute Zusammenarbeit wichtig, denn sie weiß, dass die Aufgaben, die hier anstehen, nur gemeinsam bewältigt werden können. WS

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