Gerade im Herbst können Ziergräser einen Garten bereichern. In Kombination mit Stauden wie zum Beispiel Herbstastern oder Verbenen setzen attraktive Gräser einen schönen Akzent im Beet. Denn Gräser sind, wenn sie bewusst eingesetzt werden, kein störendes „Unkraut“, sondern eine Bereicherung für den Garten. Das erschließt sich besonders, wenn die schlanken Halme im Wind zu tanzen scheinen. Oder wenn sie im Spätherbst, wenn die benachbarten Stauden längst verwelkt sind, noch immer ihre goldbraune Herbstfärbung zeigen. Noch schöner wird es, wenn in kalten Nächten Raureif kommt und die Halme wie verzuckert im Garten stehen lässt.
Gräser sind Verwandlungskünstler, die fast überall auf der Erde wachsen, auf Wiesen im Mittelgebirge genauso wie an Küsten oder in Höhenlagen der Gebirge. Allein die Familie der Süßgräser umfasst weltweit bis zu 12 000 Arten, davon in Deutschland etwa 200. In einem typischen Zier- oder Gebrauchsrasen sind meist nur fünf bis zehn verschiedene Arten zu finden, darunter etwa Rotschwingel oder Deutsches Weidelgras. Zu den Gräsern zählen aber auch alle wichtigen Getreidearten von Weizen, Roggen und Hafer bis zu Mais und Reis.
Ziergräser bringen Leichtigkeit und Harmonie ins Beet. Sie sind pflegeleicht und langlebig, wenn sie einen guten Standort haben. Am wichtigsten ist es, Staunässe zu vermeiden, denn sie könnte zur Wurzelfäule führen. Die in Brandenburg üblichen sandig-durchlässigen Böden sind in dieser Hinsicht optimal.
Neben den bekannten, aber nicht heimischen Arten wie Pampasgras, Chinaschilf, Rutenhirse oder Lampenputzergras gibt es auch eine ganze Reihe von heimischen Gräsern, die das Staudenbeet bereichern können. Attraktiv ist zum Beispiel das Große Schillergras (Koeleria pyramidata). Es erreicht eine Wuchshöhe von 40 bis 90 Zentimetern und liebt helle Plätze mit direkter Sonne, zum Beispiel im Steingarten oder an trockenen Wegrändern.
Das Wimper-Perlgras (Melica ciliata) gehört zur Familie der Süßgräser und bildet besonders dicke, zylinderförmige Ähren aus. Die Pflanze ist extrem winterhart, erreicht mit 30 bis 60 Zentimetern eine etwas geringere Höhe. Die Berg-Segge (Carex montana) ist ein heimisches Sauergras mit schopfartigen Horsten, das sich auch als Unterpflanzung von Gehölzen eignet. Im Garten bevorzugt sie kalkhaltigen, lehmigen, aber gut durchlässigen Boden. Sie verträgt auch längere Trockenphasen gut.
Auch ökologisch sind Ziergräser alles andere als wertlos. Viele Schmetterlingsraupen sind direkt auf Gräser als Nahrung angewiesen. Einige Grashüpfer und Heuschrecken fressen ausschließlich Gras, darunter sind auch bedrohte Arten. Andere Arten wie das Große Heupferd sind Allesfresser. Werden sie durch Gräser in den Garten gelockt, tragen sie zur Dezimierung von Blattlauskolonien bei. Käfer, Spinnen und Wildbienen nutzen abgestorbene Halme als Rückzugsort oder Winterquartier. Einige Singvogelarten fressen Grassamen, während andere die Halme für den Nestbau verwenden. Andere wiederum ernähren sich von den Insekten, die in und von den Gräsern leben. net